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GESCHICHTE

Es war einmal ein Ehepaar, Klaus und Elisabeth Heydenreich. Klaus Heydenreich, ehemaliger Dramaturg bei der Ufa und Oberspielleiter bei verschiedenen Stadttheatern, hatte die wunderbare Vision eines eigenen "kleinen" Theaters in Stuttgart.

Gesagt, getan: binnen kürzester Zeit entstand durch die Mithilfe von Gottfried Müller (Gründer der Bruderschaft Salem) in der Brennerstraße 17 ein Holzbau für 99 Zuschauer.

1958 Öffnete sich der Vorhang des Theater der Altstadt zum ersten Mal für die zwei Einakter "Ödipus" von André Gide und "Der schöne Gleichgültige" von Jean Cocteau unter der Regie von Klaus Heydenreich. 

Die Philosophie Klaus Heydenreichs setzte sich durch - am Ende des Jahres 1965 überschritt die Zahl der Besucher des Theaters die 20 000-Grenze - das Theater hatte sich etabliert und war zu einem festen Bestandteil der Stuttgarter Kulturszene geworden.

Am 11. Juli 1969 um 3.30 Uhr geht eine telefonische Mitteilung ein:

Das Theater der Altstadt brennt. 15 Minuten später ist der Holzbau in der Brennerstraße ein rauchender Trümmerhaufen. Trotz früher Morgenstunde Neugierige, Freunde, Mitglieder des Theaters, Journalisten. Bedauern, Fragen: Was nun? Antwort: weitermachen! Aber wie? Spielstätte, Zuschauerraum, Dekorationen, Bühne - verbrannt.

Anfrage beim Nachbarn, dem Griechischen Zentrum in der Rosenstraße: nehmt Ihr uns auf, stellt Ihr uns Euren Saal zur Verfügung? Wann? Sofort! Die Schatzgräber, ein Stuttgarter

Laientheater installieren Scheinwerfer, Kabel Anschlüsse. Bewohner des Bohnenviertels, kundig des Zimmerns und Schreinerns, fertigen Ersatzdekorationen, schleppten Möbel herbei, Frauen der Nachbarschaft griffen zu Nadel und Faden.

Mitglieder des Theaters veranstalteten neben der Ruine eine Ausstellung. Ein gerettetes Sparschwein sammelt erste Spenden. 36 Stunden nach der Vernichtung spielte das

Theater der Altstadt wieder - "Magic Afternoon" von Wolfgang Bauer, das Erfolgsstück, auch am neuen Ort.

Walter Erich Schäfer, damaliger Generalintendant des Staatstheater Stuttgart, stellte spontan das Kammertheater zur Verfügung, so dass "Warten auf Godot" von Samuel Beckett, fünf Tage nach dem Brand seine fristgerecht Premiere erlebt. Nach einem Jahr wechselnder Spielstätten konnten die Pläne für ein Theater mit 155 Plätzen in der Straßenbahnunterführung des Charlottenplatzes verwirklicht werden.

Mit "August August, August" von Pavel Kohout begann am 21. April 1970 eine neue Ära.

Nach dem Tod von Klaus Heydenreich 1990, übernahm Susanne Heydenreich 1995 die kommissarische Leitung des Theaters. Die Intendanz wurde im Winter 1996 öffentlich ausgeschrieben. Von 48 Bewerbern bekam Susanne Heydenreich die Intendanz.

Seit 1993 wurden die Bühnen am Charlottenplatz und in der Rotebühlstraße parallel bespielt. Aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses, wurde die Förderung nur noch für ein Theater gewährt. Nach 27 erfolgreichen Jahren im "Untergrund", wurde die Bühne am Charlottenplatz 1998 geschlossen und die Pforten für das "Theater der Altstadt im Westen" mit "Der nackte Wahnsinn" von Michael Frayn, im ehemaligen "Feuerseekino" mit 148 Plätzen, geöffnet. Seit Juli 1999 ziert die Gipsbüste Arthur Schopenhauers das Vordach des Theaters und ist zu einem nicht mehr wegzudenkendem "Wahrzeichen" geworden.

 

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Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

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